Ich habe meine Trainerin belogen. Aber der eigentliche Betrug war ein anderer.

Ich erinnere mich noch genau an das Gefühl an diesen Montagnachmittagen.

Der Laptop war aufgeklappt, gleich war der wöchentliche Bericht an meine Trainerin dran, und in meinem Bauch zog sich alles ein bisschen zusammen. Es war keine Vorfreude, die da hochkam. Es fühlte sich eher so an, wie man sich fühlt, wenn man in der Schule zur Tafel gerufen wird und die Hausaufgaben nur halb gemacht hat.

 

Heute weiß ich, was das war: Selbstbetrug beim Abnehmen, in Reinform.

 

Ich steckte damals mitten in meiner eigenen Diät-Odyssee. Schon gefühlt mein halbes Leben lang habe ich Diät gemacht, eigentlich seit der Pubertät. Und weil ich es allein einfach nicht dauerhaft hinbekommen habe, holte ich mir Hilfe.

Eine Personal Trainerin, alles online. Genau das, was man macht, wenn man nicht mehr weiterweiß.

 

Sie machte ihre Sache gründlich. Ich bekaam einen Essensplan. Dazu hat sie mir einen Ausdauer- und Kraftplan zusammengestellt..

 

Auf dem Papier sah das rundum stimmig aus. Und ich war erleichtert, weil mir endlich jemand gesagt hat, was ich tun soll.

 

Dann schrieb ich jede Woche den Bericht.

Was ich mir da nicht alles ausgedacht oder weggelassen habe, oder die Formulierung „ich habe mich grob an den Plan gehalten“

 

Diese Wörter, „weggelassen“ und „grob gehalten“ überhörte ich es damals einfach.

Die Wochen zogen ins Land, ich stellte mich morgens auf die Waage, schaute nach unten und verstand die Welt nicht.

Auf der Waage passierte nicht viel. Ich machte doch alles richtig, eine Fachfrau an meiner Seite, einen Plan.

Und trotzdem saß ich da mit genau dem Satz, den mir heute so viele Frauen schreiben:

 

Ich verstehe das einfach nicht, ich mache alles richtig und nehme nicht ab.

 

 

Ich, der ungelöste Fall

 

 

Heute nehme ich als Abnehmdetektivin fremde Fälle unter die Lupe.

Frauen stellen mir die berühmte Frage: Ich mache alles richtig. Warum nehme ich nicht ab? und ich suche nach der Spur, die erklärt, warum das Gewicht sich nicht bewegt.

 

Damals aber war ich selbst der ungelöste Fall.

Und ich habe erstaunlich lange gebraucht, um mir die eigene Akte ehrlich anzuschauen.

Denn die Beweislage war widersprüchlich:

Da war eine Frau, die genau weiß, wie gesunde Ernährung funktioniert.

Da war ein Plan, den eine Fachfrau berechnet hatte.

Da war eine Klientin, die jede Woche brav berichtete, sie halte sich an alles.

Und trotzdem bewegte sich nichts.

 

Irgendwann lange nach dem Ende des Coachings, habe ich mich hingesetzt und mir selbst die Fragen gestellt, die ich heute meinen Klientinnen stelle, ehrlich und ohne jede Ausrede.

 

Der Auslöser war ein winziger Moment.

Ich stand in der Küche und aß im Vorbeigehen eine Scheibe Käse, einfach so, direkt aus der Verpackung.

Und zum ersten Mal hielt ich inne und dachte: Das hätte ich meiner Trainerin nie erzählt.

Nicht aus Bosheit, ich habe es nämlich selbst gar nicht als Essen wahrgenommen.

 

In diesem kleinen Augenblick habe ich verstanden, dass ich damals an einer Statistik feilte, die ich selbst fälschte.

Da tauchte auf einmal alles auf, was vorher im toten Winkel verschwunden war.

Da habe ich meinen Fehler gefunden. Genauer gesagt, ich habe zwei gefunden.

 

Der erste Fehler: Selbstbetrug beim Abnehmen

 

Ja, ich habe meine Trainerin belogen.

Ich habe ihr jede Woche erzählt, ich halte mich an ihren Plan.

Aber das ist nur die halbe Wahrheit, und ehrlich gesagt sogar die harmlosere Hälfte.

 

Denn zuallererst habe ich mich selbst belogen.

 

Den Löffel Nussmus beim Kochen, die zwei Kekse zum Kaffee: vergessen.

Ich habe den Schluck Saft der Tochter und den Rest von ihrem Teller einfach nicht als Essen verbucht.

Jeden Montag habe ich mir meine Woche schöngerechnet, und jeden Montag habe ich mir selbst geglaubt.

In Wahrheit hatte ich mich auch an ihren Plan nicht gehalten und wusste gar nicht, was und wie viel ich wirklich aß.

Ich hatte ein Bild von mir im Kopf, und dieses Bild war freundlicher als die Realität.

 

Der Plan meiner Trainerin war nicht falsch. Dieses ganze Konzept passte überhaupt nicht in meinen Alltag. Es war ein Plan für ein Leben, das ich gar nicht führe. Für eine Frau, die zu Mittag kocht, die nicht zwischen Apotheke, Familie und Erschöpfung jongliert. Ich habe versucht, mich in diesen Plan hineinzupressen, und bin jede Woche ein Stück daran gescheitert.

Das ist der eigentliche Betrug.

Dieser Selbstbetrug beim Abnehmen hat mich Monate gekostet, nicht die fehlende Disziplin. Mit der kleine Notlüge gegenüber der Trainerin habe ich die Augen vor mir selbst verschlossen. Meine Trainerin konnte nichts dafür.

 

Der zweite Fehler: Das Eiweiß habe ich komplett verfehlt

 

Dann gab es noch eine Spur, die mir damals überhaupt nicht auffiel.

Ich habe eindeutig nicht auf Eiweiß geachtet.

Das klingt nach einer Nebensache. Es ist keine. Denn hier hängt alles zusammen.

 

Ich zeige dir das an einer echten Fallakte aus meinem Postfach.

Eine Klientin schrieb mir vor einiger Zeit:

 

„Ich verstehe das einfach nicht. Ich frühstücke jeden Morgen und trotzdem habe ich schon zwei Stunden später wieder Hunger.“

 

Ich fragte sie, was sie frühstückt.

Ihre Antwort lautete: Cornflakes, fettarme Milch, ein Glas Orangensaft und eine Banane.

 

In diesem Frühstück steckt so gut wie kein Eiweiß.

Es besteht fast nur aus schnellen Kohlenhydraten. Die jagen den Blutzucker nach oben, und zwei Stunden später fällt er genauso schnell wieder ab. Genau in diesem Moment meldet sich der Hunger zurück, und die Frau steht schon vor der Mittagspause wieder am Kühlschrank.

Das hat nichts mit fehlendem Willen zu tun. Das ist schlicht Biochemie.

 

Da lag mein eigener blinder Fleck damals.

Wer zu wenig Eiweiß isst, wird einfach nicht satt. Wer nicht satt wird, den zieht der Hunger den ganzen Tag zurück in die alten Muster.

Dann nützt der schönste Kalorienplan nichts, weil man ihn schlicht nicht durchhält.

Der Körper ruft eben laut nach dem, was ihm fehlt, und irgendwann greift die Hand von allein zum Keks. (schnelle Energie für das egoistische Organ: Gehirn)

 

Einige Leserinnen haben mir zu diesem Thema geschrieben und das gut erkannt.

Ich habe auch Rezepte bekommen, hier ist der Gewinner:

Shake aus Erbsen- und Reisprotein mit etwas Rohkakao, einer kleinen Banane sowie Kokos- und Mandeldrink.

In so einem Glas stecken rund 40 Gramm Eiweiß. Das hält den Blutzucker ruhig und trägt bis zum Mittagessen.

 

So ein Shake wäre nichts für mich ist öfter die Aussage die ich höre.

Ja, kein Problem, wir sind ja alle so unterschiedlich.

 

Ich unterstütze dich gerne, etwas Passendes für deinen Alltag zu finden.

Als Erstes lege ich dir ans Herz: Lies meinen Blogartikel übers Frühstücken.

 

Frühstück Omlet als Gesicht, Oliven sind Augen und Mund und Salat, Tomaten, geriebene Karotten die Haare.
Schüssel mit Quark, Bananenscheiben, Johannisbeeren und Nüssen als gesundes Frühstück

 

Fazit: Es ist also nicht das Frühstück, das auf den ersten Blick am gesündesten aussieht, sondern das mit dem Eiweiß, das den Unterschied macht.

Du findest mehr über Eiweiß hier: Schlank mit Eiweiß.

 

Die Wende

 

Müde und erschöpfte Frau sitzt abends allein auf dem Sofa und lehnt den Kopf auf die Hand
KI-generiert

Jetzt kommt der Teil, der wehtut und zugleich alles verändert hat.

Mein größtes Problem war nie die Mathematik auf dem Teller.
Es war, wie bei meisten Frauen, das emotionale Essen.
Ich habe gegessen, wenn ich gestresst war.
Wenn ich müde und unzufrieden war, hatte ich auch in Essen die Lösung gesehen.
Und wenn ich einfach nur Ruhe im Kopf wollte, stopfte ich es genauso mit Essen.

Gegen diesen Mustern hat mir kein Essens- und Sport Plan der Welt helfen können.

Ich kenne diese Abende bis heute genau:
Der Tag war lang, die Schicht in der Apotheke zog sich, zu Hause wartete noch der übliche Berg.
Endlich saß ich auf dem Sofa, und in mir meldete sich dieser ganz bestimmte Sog.

Es war kein Hunger im Bauch, es war auch kein Hunger im Kopf, eher so eine Stimme, Ein paar Nüsse sind gesund.

Ich stand auf, öffnete den Küchenschrank und wusste in dem Moment schon, dass keine Kalorientabelle der Welt mich jetzt aufhalten würde.

 

Frau isst in der Küche Schokolade direkt von der Tafel, daneben eine Schüssel Nüsse auf dem Tisch
KI-generiert

 

Mein Körper brauchte keine Energie.

Ich habe mir für ein paar Minuten etwas Gutes tun wollen, ich kannte keinen anderen Weg dorthin.

Am nächsten Montag saß ich dann wieder vor dem Laptop und schrieb wieder meinen Satz: ich habe mich grob an alles gehalten.

Und der Kreis begann von vorn.

 

Erst kamen bei mir die Nährstoffe dran. Kalorien, Makros, das Eiweiß.

Und jetzt stellte ich mir endlich die richtige Frage.

Wie baue ich das so in meinen echten Alltag ein, dass es bleibt und nicht in einem Idealtag verschwindet, den es sowieso nie gibt?

 

Am Ende habe ich siebenundzwanzig Kilo abgenommen.

 

Hungern und verbieten musste ich mir nichts, ganz im Gegenteil: indem ich mich mit mir und meinem Alltag beschäftigt habe, kam ich weiter.

 

Über meine Arbeit in einer naturheilkundlichen Apotheke bin ich zur Homöopathie gekommen und habe gelernt, hinter das Symptom zu schauen.

Später kamen NLP und die Hypnose dazu.

Ich habe mich mit der Persönlichkeitsentwicklung beschäftigt, weil ich verstehen wollte, warum ich tue, was ich tue.

Und irgendwann war das emotionale Essen leiser geworden. So leise, dass ich es zuerst gar nicht bemerkt habe, weil ich ja dachte, ich arbeite an ganz anderen Dingen.

 

Was mich dieser Fehler wirklich gelehrt hat

 

Deshalb mache ich es mit meinen Klientinnen heute auch so.

Das Erste, was ich mit ihnen kläre, ist eine Abmachung mit sich selbst, und die lautet:

Belüg dich selbst zumindest nicht mehr.

Sei ehrlich, was wirklich auf deinen Teller kommt.

 

Und sei genauso ehrlich, was dich wirklich zum Essen greifen lässt.

Wir gehen das Schritt für Schritt an, wie beim Wandern über Berge und Täler.

Ein Plan, den dir jemand ausrechnet, der dich nicht wirklich anschaut, bringt dir nämlich nichts, solange die eigentliche Ursache ganz woanders liegt.

Selbstehrlichkeit ist der erste Schritt.

Die Disziplin kommt fast von allein, da du an deinen Gewohnheiten schraubst, sobald der Hunger nachlässt und der Kopf ruhiger wird.

 

Das ist übrigens auch der Grund, warum ich meinen Klientinnen keine eiserne Willenskraft abverlange.

Willenskraft ist ein Muskel, der abends müde wird, und genau abends kippen die meisten von uns um.

Ich arbeite lieber mit Wiederholung als mit Verboten. In der Selbsthypnose setzt du dir Schritt für Schritt eine neue Prägung, bis das ruhige, satte Essen irgendwann selbstverständlich wird und du gar nicht mehr dagegen ankämpfen musst.

 

Der Käse aus der Verpackung im Vorbeigehen verliert dann ganz von selbst seinen Reiz, weil du innerlich nicht mehr auf der Flucht bist.

 

Wenn ich heute auf diese Montagnachmittage zurückblicke, bin ich fast dankbar für den ganzen Umweg.

Denn dieser eine Fehler hat mir gezeigt, wonach ich als Abnehmdetektivin wirklich suchen muss.

Meine Klientinnen brauchen nicht die nächste Diät.

Sie brauchen die Wahrheit hinter dem Teller.

 

Ein letzter Gedanke für dich

 

Erkennst du dich in einem der beiden Fehler wieder?

Kennst du dieses „grob dran halten“, das dir keine Waage der Welt durchgehen lässt?

Frühstückst du so, dass du zwei Stunden später schon wieder Hunger hast, obwohl du doch alles richtig gemacht zu haben glaubst?

 

Selbstbetrug beim Abnehmen passiert nicht, weil du zu schwach bist. Er passiert, weil das geschönte Bild bequemer ist als die ehrliche Zahlen.

 

Wenn dich das berührt hat, dann schreib mir gern in den Kommentaren oder per Mail, welcher der beiden Punkte dich am meisten trifft.

 

Ich lese und antworte persönlich auf jede Mail.

 

Und wenn du magst, hole ich dich noch näher heran: In meinem Newsletter öffne ich Woche für Woche echte Fallakten und zeige dir, welche Spur den Unterschied macht und warum das Gewicht sich manchmal einfach nicht bewegt.

Trag dich ein, dann bekommst du diese Ermittlungen direkt in dein Postfach.

 

Lass mich das Geheimnis deines schlanken Ichs entschlüsseln.

Deine Abnehmdetektivin

Ildiko

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